Es gibt zwei Wörter, die du auf jedem Chart immer wieder hörst: Unterstützung und Widerstand. Sie klingen technisch, aber die Idee gehört zu den einfachsten und nützlichsten überhaupt. Es sind im Grunde die Zonen, in denen der Kurs meist ins Stocken gerät. Sie zu verstehen erspart dir den teuersten Anfängerfehler: genau dort zu kaufen, wo der Kurs gerade drehen will. Ich erkläre es dir wie einem Freund.
Stell dir vor, du wirfst einen Ball auf den Boden: Der Boden stoppt ihn und lässt ihn nach oben abprallen. Dieser Boden ist eine Unterstützung: eine Kurszone, unter die der Kurs nur schwer fällt, weil dort Käufer auftauchen. Stell dir nun eine Decke vor: Der Ball steigt und prallt an. Diese Decke ist ein Widerstand: eine Zone, über die der Kurs nur schwer steigt, weil dort Verkäufer auftauchen.
Einfach gesagt: Die Unterstützung ist ein Boden, an dem der Kurs meist nach oben abprallt; der Widerstand ist eine Decke, an der er meist nach unten abprallt.
Das ist keine Magie, und es gibt keine magischen Linien am Markt. Es ist Erinnerung und das Verhalten der Menschen. Wenn der Kurs in der Vergangenheit bis zu einer bestimmten Zone fiel und von dort abprallte, erinnern sich viele daran. Wenn er sich das nächste Mal wieder nähert, denken dieselben Leute "das ist billig, ich kaufe", und ihre Käufe drücken den Kurs erneut nach oben. Die Zone wird einfach deshalb zur Unterstützung, weil eine Menge Leute am selben Ort gleich handeln.
Beim Widerstand ist es genau umgekehrt: Wo der Kurs zuvor stoppte und fiel, erinnern sich die Leute, dass "das teuer ist" und verkaufen, was ihn erneut bremst.
Wenn der Kurs eine Unterstützung oder einen Widerstand erreicht, sind nur zwei Ausgänge möglich:
Niemand weiß im Voraus, welches der beiden eintritt. Deshalb ist Trading immer mit Risiko verbunden: Du kannst mit der Zone völlig richtig liegen und dich trotzdem darin irren, ob sie hält oder nachgibt.
Du brauchst keine ausgefallenen Werkzeuge. Öffne einen Chart und suche mit dem Auge die Stellen, an denen der Kurs mehrmals ins Stocken geraten ist. Eine gute Unterstützung oder ein guter Widerstand ist eine Zone, die der Kurs mehr als einmal berührt und respektiert hat. Ziehe eine waagerechte Linie durch diese Punkte, und fertig.
Fast jeder stolpert am Anfang über dieselben Steine:
Ihr praktischer Nutzen ist enorm: Unterstützung und Widerstand geben dir eine Karte, wo Handeln Sinn ergibt und wo nicht. Kaufe nicht direkt unter einem starken Widerstand (das ist, als kaufe man mit einer Decke über dem Kopf). Verkaufe nicht direkt über einer starken Unterstützung. Und vor allem: Warte ab, was der Kurs in der Zone macht, statt zu raten: Lass ihn abprallen oder durchbrechen und handle danach, mit Informationen.
Diese Zonen ergeben noch mehr Sinn, wenn du sie mit der allgemeinen Marktrichtung kombinierst. Ein Abpraller an einer Unterstützung wiegt viel schwerer, wenn er zum Trend passt: Deshalb empfehle ich dir, auch wie man den Trend erkennt zu lesen. Und um den genauen Moment des Abprallers zu treffen, geben dir die japanischen Kerzen in der Zone sehr klare Hinweise.